Die Stille schreit
26. November
Regisseure sind anwesend

Die gebürtige Amerikanerin Miriam Friedmann erfährt nur durch Zufall, dass ihre Großeltern in Augsburg dem NS-Regime zum Opfer fielen. Die Dokumentation von Josef Pröll begleitet sie auf ihrer geschichtlichen Spurensuche.

Eigentlich wollten die Eltern von Miriam Friedmann ihrer Tochter etwas Gutes tun, als sie sich entschlossen, ihr nichts von dem Schicksal der Familie zu erzählen: Denn die Großeltern Friedmann sollten von den Nationalsozialisten deportiert werden, nahmen sich daher mit Freunden in Augsburg das Leben. Die Großeltern Oberdorfer wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Miriams Eltern, Elisabeth und Fritz Friedmann gelang gerade noch rechtzeitig die Flucht in die USA.

Das alles erfährt Miriam Friedmann später nur durch einen Zufall. Prof. Dr. Friedrich Friedmann bekam 1960 einen Ruf als Ordinarius für amerikanische Kulturgeschichte an die LMU München, wo er das Amerika Institut der Uni aufbautet. Erst 2001 zieht ihre Tochter Miriam Friedmann nach Augsburg. Miriam und ihr Bruder entdecken im Arbeitszimmer des Vaters Unterlagen über das Schicksal ihrer Familie. So beginnt die Spurensuche von Miriam Friedmann:

Die sachliche und zurückgenommene Erzählweise des Films lässt die Geschehnisse dabei umso lebendiger werden und erzeugt beim Zuschauer gleichermaßen Mitgefühl und Fassungslosigkeit, mit welcher Selbstverständlichkeit damals das eigentlich Unfassbare geschehen konnte – systematisch und gnadenlos, wie Regisseur Pröll sagt.

Die Gäste bei der Uraufführung des eindrücklichen Dokumentarfilms „Die Stille schreit“, für die Josef Pröll eng mit Miriam Friedmann zusammenarbeitete, waren betroffen und nach der Vorführung im Thalia Kino in Augsburg am 20. Januar herrschte vorerst totale Stille. Der Film war zuvor bereits bei einer Preview im Rahmen der jüdischen Filmtage in München am 17. Januar gelaufen